Talking Statues Berlin – wenn Denkmäler mit dir sprechen

Draußen durch Berlin laufen und dabei kostenlos über die vielen Denkmäler etwas erfahren funktioniert ohne Guide. Ja, richtig gelesen – ganz ohne Guide. Ob alleine oder mit Freunden: Lasse dich von Lise Meitner, Friedrich Engels und Co. kostenlos anrufen!

Es gibt diese Tage, da will man als Tourist einen Tag draußen verbringen, ohne Museen, und dennoch etwas Neues erfahren. Oder man ist Berliner und kennt seine eigene Stadt noch gar nicht so, wie man dachte (ja, ja, das gibt es!). Oder man bekommt Besuch und hat es satt, zum zehnten Mal mit dem Boot die Spree entlang zu fahren und der öden Stimme, die aus den Lautsprechern kommt, zuzuhören. Für welchen Fall auch immer – Berlin hat ein weiteres, absolut kostenloses und tolles Projekt am Start.

Zugegeben, die Talking Statues gab es vorher schon woanders, nämlich in London und Kopenhagen. Es kam aber so gut an, dass viele weitere Städte sich anschlossen, darunter auch unsere liebste Hauptstadt.

Wie funktionieren die Talking Statues?

Sehr simpel. Auf der Website gibt es eine Karte zum Download. Du kannst diese ausdrucken oder mobil mitnehmen. Bevor es los geht, stelle sicher, dass du einen QR-Code-Scanner hast und über genügend mobiles Datenvolumen verfügst.

Eingezeichnet auf der Karte sind die derzeit ins Projekt eingebundenen Denkmäler, und zwar:

  1. Lise Meitner an der Humboldt Universität
  2. Gauls Löwe im Kolonnadenhof auf der Museumsinsel
  3. Marx und Engels gegenüber vom DDR-Museum
  4. Heinrich Zille im Nikolaiviertel
  5. Käthe Kollwitz am Kollwitzplatz

Und so sehen die Schilder aus, nach denen man Ausschau halten muss:

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Nun heißt es: Suchen, finden, scannen, sich anrufen lassen.

P.S. Auf der Website des Projekts könnt ihr eure Vorschläge abgeben, welche weitere Skulpturen zum Leben erweckt werden sollen. Macht mit!

 

 

 

Aaaaaah! – Momente in Palma, Mallorca: meine Top 5

Schon wieder in der Berliner Kälte zitternd, erinnerte ich mich heute an die wunderbaren sonnigen Stunden, die ich diesen Sommer auf Mallorca verbracht habe. Und endlich griff ich wieder zur Feder, äh… zum Laptop, um mit euch meine wunderbarsten Seufz-Momente zu teilen. Hier eine Kompilation der TOP FIVE THINGS TO DO in Palma.

  1. La Seu

Ist man/frau auf Mallorca, so landet eigentlich jeder/ jede von uns mal in Palma. Die lebendige Hauptstadt der Insel, die vor allem im Zentrum Wunderschönes offenbart. Ein tolles Museumserlebnis habe ich ja bereits mit euch geteilt. Aber wo geht man dort sonst hin? Na, natürlich zur Hauptkathedrale La Seu, an der man wirklich nicht vorbei kann, ohne sie sich genau anzusehen.

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Eine Augenweide sowohl bei Tag als auch bei Nacht, wurde sie am Standort einer Moschee errichtet – die Grundsteinlegung erfolgte zu Beginn des 13. Jh. Seitdem haben zahlreiche Baustile hier und da das Aussehen der Kathedrale geprägt – hauptsächlich gotisch, kamen Elemente der typischen spanischen Renaissance-Architektur (estilo plateresco) sowie Teile aus dem Barock und dem Neo-Klassizismus später hinzu. Auch der berühmte Antoni Gaudí, den die meisten als Baumeister der Sagrada Família in Barcelona kennen, hat seinen modernistischen Senf dazugegeben und für wesentliche Veränderungen an der Palmaer La Seu gesorgt.

Und genau hier hatte ich meinen ersten Aaaah!-Moment. Kennt ihr den Spruch, dass es drei Dinge gibt, denen Menschen ewig zusehen können? Nämlich wie Wasser plätschert, wie Feuer brennt und wie andere Menschen arbeiten. Letzteres fesselte mich für eine geraume Zeit, und hier seht ihr wieso:

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In der glühenden Hitze der mallorquinischen Sonne, da, wo nicht nur die Luft, sondern auch man selbst wörtlich schmilzt, saß ein Mann am Zaun zum Eingang der La Seu und strich diesen mit einer Sorgfalt, die ich lange nicht mehr gesehen habe. Die Sonne schien ihm wirklich nichts anzuhaben, ok – er saß auch teils im Schatten. Dennoch ist die Luft so aufgeheizt, dass ich absolut fasziniert von seiner Gelassenheit bei der Arbeit war. Die Mallorquiner halt!

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2. Altstadt

Wo wir schon mal hier sind, möchte ich euch natürlich die anderen Schätze der Altstadt nicht vorenthalten. Nachdem ich von der Sonne und glühenden Hitze geredet habe, ist es wahrlich schön, sich an ein kühles Örtchen zu begeben, oder? Und hier hatte ich meinen nächsten Aaaah!-Moment, und der Seufzer kam nicht nur, weil es plötzlich so schön frisch wurde, sondern auch, weil mich das Gesehene wieder mal verzaubert hat. Warum lange plappern – hier eine Kostprobe:

Nehmt euch viel Zeit (und bequeme Schuhe!) mit und genießt die kleinen Details der Architektur und der Umgebung – die vielen engen, verwinkelten Gassen sind nicht nur kühl und schattig, sondern vermitteln auch einen speziellen Flair, in den ich mich verliebt habe.

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3. Palma, Playa de Palma

Was für ein Inselurlaub ohne Meer. Und in Palma ist dieses besser, als manch einer vermuten könnte. Wer gerne Massentourismus meidet und unter Einheimischen seine Bahnen schwimmt, ist hier genau richtig. Playa de Palma liegt direkt an einer langen Strandpromenade, die einen direkt zum Parc de la Mar  führt, von wo aus vor allem bei Nacht ein wunderbarer Ausblick auf die Stadt und die beleuchtete Kathedrale genossen werden kann. Außerdem finden hier zur Hauptsaison viele Open Air Konzerte statt. hier feiert man mit der Meeresbrise in den Haaren. Aber auch tagsüber kann man hier ausgelassen flanieren und das Hafengeschehen beobachten. Einheimische gehen hier gerne joggen, fahren Fahrrad oder spielen Ball direkt am Strand. Ich für meinen Teil habe mich entspannt in die Wellen gelegt und die ein- und ausfahrenden Yachten beobachtet – wenn das mal kein Aaaah-Moment ist?! Und nein, das Wasser hier ist nicht dreckig, sicherlich nicht dreckiger, als die Strände an den typischen Hot Spots! Morgens und abends ist es hier nahezu menschenleer, das Wasser glasklar. Viele Fischschwärme kommen herangeschwommen, um sich in der frühen Sonne zu wärmen…

 

4. Jardí del Bisbe

Klänge bezaubernder, ruhiger Harfenmusik… was das mit Malle zu tun hat? Ich war schon mehrmals dort, in den Jardí del Bisbe, und jedes Mal habe ich dort die Harfenspielerin angetroffen, die im Schatten ihre Wunder vollbringt. Im Einklang mit dem Garten ist all das ein faszinierendes Erlebnis – vor allem kurz vor der Öffnung/Schließung, wenn die meisten Urlauber bereits weiter gezogen sind. Selbst die Bilder sind einen Aaaah!-Moment wert. Seht selbst:

5. Street Art

Bei meinem letzten Punkt heißt es wieder: Rumlaufen und Augen offen halten! In der sonst so traditionell aussehenden Altstadt, wo man es kaum vermutet, finden sich immer wieder Kunstwerke des hiesigen Street Art. Als Kunsthistorikerin bin ich natürlich begeistert von solchen Funden. Aber auch als weniger kunstinteressierter Urlauber ist es spannend, diesen Bruch und gleichzeitige Symbiose zwischen dem Alten und Neuen, dem Traditionellen und Modernen zu erleben. Gerade solche zufälligen Entdeckungen sind für mich DIE Aaaah!-Momente, die ich nach einer Reise am ehesten in Erinnerung behalte.

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Und nun mache ich hier einen Cut. Klar, wer schon einmal auf Mallorca war oder auf anderen Websites vorbeischaut, der wird sehen, dass einige der Punkte hier keine Neuentdeckung sind. Dies war aber auch nicht mein Anliegen. Was ich wollte, ist mit euch meine ganz persönlichen Best Moments zu teilen, und vielleicht geht der/die eine oder andere aufmerksamer durch die Stadt auf der Suche nach einem besonderen Erlebnis, einem ganz individuellen Aaaah!-Moment.

 

Abseits vom Ballerman, oder mit Dalí auf Mallorca

Mallorca ist abgelutscht, dachte ich auch lange Zeit. Bis ich endlich hingefahren bin und mich ganz spontan durch die Gegend habe treiben lassen. Dabei bin ich auf ein sehr schönes und ruhiges Museum in der Altstadt Palmas gestoßen, das interessante Arbeiten Salvador Dalís ausstellt.

Wie schon so oft in der Kälte des Alltages sitzend (und diesmal war ich in Russland!), sehnte ich mich auch diesen Frühling nach einer sonnigen Erholung im Süden. Nach etlichen Stunden erfolgloser Suche war meine Motivation so ziemlich am Boden: Als Studentin kann ich mir leider nicht alles leisten, was das endlose Angebot an Reisen einem bieten kann. Eine einzige Möglichkeit war da noch, die eigentlich meinen finanziellen Ansprüchen gerecht werden könnte – Mallorca. Ich ließ mir dieses Wort nochmals gedanklich auf der Zunge zergehen und musste unwillkürlich die Nase rümpfen. Noch nie war ich auf dieser „sagenumwobenen“ Insel, und musste es auch nicht. Dachte ich damals. Denn sofort schossen mir die stereotypischen Bilder in den Kopf: Bling Bling – Souvenirshops, der berühmte Ballermann, ein Hotel nach dem anderem… So manchen wird diese Vorstellung vielleicht nicht so ungeheuer sein wie mir, doch als jemand, der gerne in ruhigerer Umgebung auf eigene Faust seinen Urlaub gestaltet, war ich von diesem Gedanken an den Massentourismus abgeschreckt. Jedoch wurde ich so heftig von der Sehnsucht nach dem Meer und der Sonne gepackt, dass ich alle meine Vorurteile über Bord warf und kurz darauf meinen Urlaub auf Mallorca buchte. In diesem Moment konnte ich mir noch nicht erträumen, dort einen meiner Lieblingsorte zu entdecken.

Als angehende Kunsthistorikerin bin ich natürlich nicht nur an der warmen Meeresbrise interessiert. Kunst ist das Stichwort. Und auf der Suche nach dieser begab ich mich bereits nach wenigen Tagen der Rumliegerei am Strand nach Palma de Mallorca. Der Bus brachte mich aus dem kleinen naheliegenden Ort direkt in das Stadtzentrum. Da stieg ich nun aus, und wurde bereits im ersten Moment von dem Anblick der architektonisch bemerkenswerten Kathedrale La Seu überwältigt. Der frische Meereswind, der einen mit kleinen Wassertröpfchen von der naheliegenden Fontäne berieselt, tat sein Werk. Erfrischt und energievoll ging ich hoch in Richtung der historischen Altstadt. Vorbei an den Straßenkünstlern, die malen, singen, tanzen und… einfach wahnsinnig kreativ sind, den Touristen und allgemeinen Sehenswürdigkeiten, verirrte ich mich relativ schnell in den engen Gassen, die mir sehr intime Einblicke gewährten. Durch ein metallisches Gittertor abgesperrt, sind die Innenhöfe der cremefarbenen Häuser von der Gasse aus gut einsehbar.

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Meinen Weg fortsetzend, stieß ich auf ein Schild, auf dem Museo Can Morey de Santmarti stand (anders als auf dem Schild vom Foto, auf dem die Kollektion angekündigt ist).

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Unwissend ging ich hinein und wurde positiv überrascht: Dalí! Einer der womöglich umstrittensten Künstler des 20. Jahrhunderts: War er eine exzentrische, ja gar verrückte Person, ein Genius des Surrealismus, oder doch ein Lügner, der seine Verrücktheit nur vorgaukelte, um sich als Künstler erfolgreich zu vermarkten? Fakt ist, dass das „Konzept Dalí“, unbewusst oder intendiert, funktionierte: Er war nicht nur erfolgreicher Maler, sondern auch Autor, Illustrator, Architekt, Schmuckmacher, Designer, aber auch Philosoph und Theoretiker… es gibt fast nichts, was Dalí im kreativen Bereich nicht gemacht hätte. Doch scheint seine eigentliche Leistung als Künstler hinter all dem Gemunkel bezüglich seiner psychischen Verfassung zu verblassen. Dass seine Werke jedoch der Auseinandersetzung außerhalb dieser Spekulationen wert sind, wird schnell klar, wann man das kleine, ja beinah familiäre Museo Can Morey de Santmarti betritt. Was ich in der Altstadt Palmas nur von außen bewundern durfte, präsentiert sich dem Besucher nun auch von innen: Ein typischer mallorquinischer Altbau, mit glänzend polierten Dielenböden und sehr atmosphärischen Räumlichkeiten, die einen durch ihre ruhige Ausstrahlung zum Verweilen einladen.

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Hier zeigt sich uns der exzentrische Künstler vorwiegend als Grafiker und Illustrator. Neben vielen anderen Werken Dalís zogen mich die Griechischen Mythen von 1963-65, die aus 11 Radierungen und 5 Stichen bestehen, in ihren Bann.

Dalí baute seinen Bilderzyklus entsprechend der griechischen Mythen auf, die eine relativ strikte Erzählfolge einhalten. Der Künstler muss wohl eine moderne textuelle Fassung wie die des Karl Kerényi als Vorlage gehabt haben, denn beginnt er den Urmythos ebenfalls mit der Schöpfungsgeschichte. Es wird berichtet, dass am Anfang das Chaos und Gaia, die Erde, standen. Aus sich heraus gebar sie Uranos, den gestirnten Himmel, und wurde zugleich seine Gattin. Die gemeinsamen Kinder (Titanen, Zyklopen, Hekatoncheiren) können jedoch Gaias Schoß nicht verlassen, da zwischen Himmel und Erde kein Platz ist, sodass Gaia ihren jüngsten Titanen-Sohn Kronos dazu anstiftet, Uranos zu töten. Sie gibt ihm eine Sichel und Kronos begibt sich zu der Stelle, wo sich Gaia und Uranos geschlechtlich vereinen, und schneidet seinem Vater das männliche Glied ab. Seine abgeschnittene Männlichkeit fiel dabei in das Meer und verlor immer noch Samen. Vermischt mit dem Meereswasser bildete sich weißer Schaum aphros,  aus dem die Liebesgöttin Aphrodite entsprang, womit sie entgegen der weit verbreiteten Meinung die erstgeborene Göttin des Olympus noch vor Zeus, Poseidon und Hades ist.

Auf dem ersten der Bilder aus dem Zyklus der griechischen Mythologie von Salvador Dalí sehen wir Aphrodite aus dem Meeresschaum entspringen, der seinerseits durch einen großen, in der Luft schwebenden Phallus in Verbindung mit dem Meer erzeugt wird. Die unterschiedlichen Strukturen im Bild wie Punkte, verschiedene Stricharten, Kreise etc. erschaffen das brausende Meer und dessen ungeheure Dynamik, die die Bedeutung des gerade stattfindenden Ereignisses hervorhebt: Hier entsteht die Welt.

Was der unwissende Betrachter als eine Skurrilität der erotischen Fantasien Dalís wahrnimmt, hat also einen griechischen Mythos als Grundlage, den der Künstler seinerseits zu visualisieren versucht. Wenn man das gesamte Bilderensemble betrachtet, so zieht sich die Sexualität, gepaart mit Gewalt und der Darstellung des Nichtrealen durch den ganzen Zyklus. Mehr als eindeutig zeigen uns dies auch Kronos, der seine Kinder verschlingt sowie Hera, Herkules und die Milchstraße.

Einige Elemente im Kronos dürften uns bekannt vorkommen, so beispielsweise die Schublade im Kopf des Kronos, die in der Brennenden Giraffe, einem der wahrscheinlich bekanntesten Gemälde Dalís, auftaucht.

Hier sehen wir allerdings die Schublade gefüllt mit Gebeinen und Fleischresten, wohl als Hinweis auf die bereits von Kronos verschlungenen Kinder. Die die sonst farbschwache Illustration betonende rot-rosa Farbe des Blutes und Fleisches verstärkt das Drama des brutalen Ereignisses.

Eine ebenso gewaltbehaftete Szene, wenn auch eine wesentlich harmlosere als im Falle des Kronos, zeigt uns die Milchstraße: Dem Mythos nach soll Alkmene, Herakles´ Mutter, das Kind aus Furcht vor dem Zorn der Hera ausgesetzt haben. Wohl zufällig kamen dort Hera und Athene vorbei. Letztere überredete Hera, den Kleinen zu stillen, was sie auch tat. Das Kind jedoch saugte so kräftig, dass die Göttin den Schmerz nicht aushielt und das Kind von ihrer Brust wegzerrte. Die verspritze Milch formte die uns heute als solche bekannte Milchstraße, die Dalí als einen dynamischen „Farbkleks“ in Schwarz und Braunrot darstellte, ganz entgegen dem, was wir farblich mit Milch assoziieren würden. Vielmehr erinnern uns diese Farbigkeit und die rundlichen Formen an das Universum, das ewig Schwarze und die darin leuchtenden Sterne und Planeten, die ihre ganz eigenen Muster kreieren.Übrigens reichte die Menge an Milch aus, damit Herkules unsterblich wurde.

Die Hintergründe aus der Mythologie kennend, eröffnet sich uns meiner Ansicht nach eine ganz andere Sichtweise auf diese Illustrationen. Nicht mehr der Verrückte dominiert die Vorstellung, sondern vielmehr der meisterhafte Dalí, der sich bemüht, jede Erzählung eines langen Mythos zusammengerafft in je nur einem Bild zu zeigen und dieser komplexen Aufgabe durchaus gerecht wird. Doch sollte sich jeder von der Wirkung dieser Bilder selbst überzeugen, denn auch unter Profis gibt es nicht „die eine Sichtweise“, vielmehr gibt es so viele Blicke, wie es Betrachter gibt.

Mir jedenfalls versüßten die Zeit im Museum und der starke Espresso im Café des Museumsinnenhofes danach den Aufenthalt auf Mallorca wesentlich. Äußerst froh, diese Entdeckung gemacht zu haben, bin ich nun überzeugt, dass diese Insel noch so einige verstecke Schätze zu bieten hat.

El Siglo de Oro: an exhibition in Gemäldegalerie Berlin

The Golde Age of the Spanish painting belongs to the baroque epoch even though manierist influences can be found at the beginning of the 17th century (until 1630 circa). A new idea of man is a significant moment in this era. This and also other important developments can be seen in 17th century Spanish paintings and scultpures showcased until 30th October 2016 in Gemäldegalerie Berlin. 135 oeuvres made by Velázquez, El Greco, Zurbrán and other known and less known artists are presented.

The 17th century in Spain: a time that is caracterized by controversies. Even though we call it now the Golden Age, the situation back then at the end of the 16th century wasn´t golden at all. Different events led to a downfall of Spanish power. There was the bad economical situation due to high military spending during the war with France that got even worse after the banishment of the Moriscos (baptised Moors) in 1609-1614 who were the basic element in trade and agriculture. The riches that were captured in the colonies in the New World were mostly spent for the wars (there were also the Thirty Years War and the war with the Netherlands that continued).

And although Spain was economically ruined, it was the same time that painting and poetry could reach their highest bloom and make this period become the Golden Age in these fields.

Diego Velázquez

After he was made court painter in Madrid in 1623, Velázquez focused on other than religious topics like portrait painting and historical painting- the topics that were favorised at the court. Because of the sponsorship of the King, Velázquez was sent on two Italy voyages, his first in 1628 and his second in 1648. After the second trip he reached the peak of his carrer and painted his most famous oeuvres.

One of his famous paintings called Mars (1641) is also shown in this exhibition. The pose of the God demonstrates an impact of sculptures from the antiquity that Velázquez has studied during his Italy tour. Nonetheless the figure seems to have nothing in common with the Olympic God since his pose shows nothing heroic. This fact makes the myth unsacred, we more see a cheated lover, a mustached soldier in the tradition of Carcajada ante la mitologia (laughter before mythology), a literary source that probably inspired Velázquez.

Francisco de Zurbarán

Following a call of Velázquez, Zurbarán worked on profane and mythological paintings in Madrid at the King´s court. Creating very impressive still lifes, he paints in Caravaggio´s manner – using the change of light and shadow in front of a dark background allows him to work out detailed objects. The same technique is responsible for the characterisation of the different materials shown on the still lifes (like tissue, ceramics etc.). The arrangement of the objects in one line without using any overlaps makes them a silent secret…

Now…

I don´t want to uncover all the secrets and treasures of the exhibition. I only advise to go there if you plan a trip to Berlin and to enjoy the magic and mystery of the very special art of the Spanish Siglo de Oro.

Adios, amigos!

***

For more information on Spanish 17th century painting see:
  • Hohenzoller, Johann Georg von (Hrsg.): Von Greco bis Goya. Vier Jahrhunderte Spanische Malerei, Ausstellungskat., München 1982.
  • Giorgi, Rosa: Das 17. Jahrhundert, Berlin 2007.
  • Hänsel, Sylvaine/Karge, Henrik (Hrsg.): Spanische Kunstgeschichte. Eine Einführung, Band 2, Berlin 1992.

 

 

 

Liebst du deine Verwandschaft?

Ein kleiner Eintrag zur Moskauer Clubszene: schwellender Pathos und mittelmäßige Musik. Geübte (internationale) Clubgänger dürfen auf Besseres hoffen.

 

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Gegen 00:30 in der Nizhnyaya Syromyatnicheskaya, 10/7 angekommen, durften wir erst einmal rätseln, wo sich der Club nun eigentlich befindet (wie so immer in „fancy“ Schuppen). Auf dem Gelände des Artplay Design Zentrums läuft man erstmal durch enge Gassen, bis man endlich das alte Industriegebäude betritt. Die Lage ist nett, der Empfang weniger. Drei Security-Bullen stehen auf der Treppe und versperren einem den Eingang. „Wer legt heute auf?“, nun, die Info bekommen sie. Als geübte Clubber gehen wir nicht wahllos irgendwohin. Man hört, dass alle Ausländer sind, ich bin weit hinten auf der Treppe und kann meinen „Beitrag“ nicht leisten. „War einer von euch schon mal hier?“ Nein. „Hmmm…“ Das große Theater und Grübeln endete mit „300 RUB für jeden“. Okay.

Das lange Grübeln der Türsteher über das Rein-Oder-Nicht-Rein veranlasste uns dazu, eine Party zu erwarten, die heiß am Laufen ist. Aber nichts da. Weiter die Treppe hoch endeten wir wie sechs Karlssons auf dem Dach des Gebäudes, wo sich auch der eigentliche Club befindet. Samstag Abend, und es ist mau. Mehr als mau. Kaum einer ist da, die Musik ein Reinfall… Und das obwohl die Veranstalter versprechen, dass hier Feiern in einer gemütlichen Umgebung und einer „verwandschaftlichen“ Atmosphäre möglich sei. Deshalb heißt der Club auch zu Deutsch „Verwandtschaft“.

Zwei-drei Bier später (die Preise sind relativ angemessen, auch wenn nicht die günstigsten in Moskauer Clubs) wurde die Tanzfläche voller und die Laune besser. Übrigens gibt es hier nur einen Floor und entsprechend keine Alternativen.

Das DEEP ART Showcase präsentierte eine Line up mit

Quazee
GOLIKOV
SIL
Anrilov
BELY
Lega

Ich sehe jetzt mal davon ab, eine musikalische Bewertung abzugeben, denn Geschmäcker sind bekanntermaßen verschieden, weshalb es aus meiner Sicht nur Zeitverschwendung wäre. Meine persönlichen Favoriten diese Nacht waren GOLIKOV und Anrilov . Mit dem Rest konnte ich mich leider weniger anfreunden. Auch meinen geliebten Hard Tech habe ich bisher in keinem der Moskauer Clubs finden können (habe ich hier bei DEEP ART natürlich nicht erwartet). Positiv zu bemerken war der Art-Teil mit interessanten Videoeinlagen des Künstlerkollektivs.

In der aufgehenden Morgensonne, vom Dach aus mit perfektem Ausblick, quatschte man noch mit dem Einen oder Anderen und ließ den Abend eher entspannt ausklingen. Das Lange-Feiern war auch kein Problem, bis in die späten Morgen- und Vormittagsstunden darf man ganz wie zu Hause einfach mal bleiben. Das war tatsächlich nicht zu viel versprochen. (Anmerkung: Von meinem Aufenthalt in Paris war ich diesbezüglich leicht traumatisiert, weil dort in den meisten Clubs gegen 5 Uhr die Lichter angehen und alle rausgeschmissen werden. Basta.)

Übrigens sind die Russen ziemlich kontaktfreudig, vor allem wenn sie hören, dass man eine andere Sprache spricht. Die Neugier siegt. Auf diese Weise lernte ich einen jungen Moskauer Musiker kennen, der mir weiterhin Konstruktor und Propaganda empfahl. Diese stehen nun auf meiner To-do-Liste.

Lasset uns zusammen in den Wald gehen, Kinder

Ein Wald mitten in Moskau? Als allgemein bekannte Kaffeesüchtige konnte ich an einem sonnigen Sonntag natürlich nicht ohne einen Cafébesuch. Abgecheckt wurde heute die Gegend rund um den Zvetnoy Bulvar und das sehr zentral gelegene Kaffeehaus LES, zu Deutsch „Wald“. Holzig war es hier allemal.

Bevor ich dazu komme, Euch von dem Café an sich zu berichten, möchte ich natürlich den Eindruck von der Umgebung nicht vorenthalten. Am Rozhdestvenskiy bulvar gelegen, befindet sich das Lokal in der Moskauer historischen Nord-Stadt. Hier sieht man schöne Altbauten, natürlich gemischt mit den riesigen Glas-und Betonblöcken und den immerwährenden Kabelleitungen, die alle Straßen wie Girlanden zieren. Nutzt man die Öffentlichen und fährt mit der Metro, so steigt man vielleicht am Zvetnoy bulvar aus und sieht den berühmten Nikulin-Zirkus, der 1880 gegründet und später während der Sowjetzeit nach seinem berühmten Direktor, dem russischen Komiker und Schauspieler Juri Nikulin benannt wurde. Kommt man dem angestrebten Ziel – dem Café – näher, läuft man einen für Moskau ungewöhnlich steilen Berg hoch und darf eines der ältesten Frauenklöster Moskaus bewundern: Rozhdestvenskiy monastyr, im Englischen auch Nativity Convent genannt.

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Rozhdestvenskiy monastyr vom Rozhdestvenskiy bulvar aus betrachtet, umgeben von einer Schutzmauer

Das Kloster wurde bereits 1386 gegründet und befand sich Quellen zufolge ursprünglich innerhalb der Mauern des Moskauer Kreml. Die gleichnamige Kathedrale, die wir auf dem oberen Foto sehen, wurde erst 1501-1505 im frühen Moskauer Stil erbaut. Die ursprüngliche Architektur wurde jedoch durch die anliegenden Umbauten stark verändert, die 150 Jahre lang nach dem Brand von 1547 die Kathedrale säumten. Es wurden diverse andere Veränderungen und Ergänzungen vorgenommen, so beispielsweise der Anbau eines Campanile (Glockenturms) und einer Kirche 1835-1836, die dem Märtyrer Evgeniy geweiht wurde. Heute werden hier Messen gehalten sowie eine Klosterschule für Kinder und Frauen unterhalten.

Hat man nun das Kloster passiert, ist man auch schon fast im Wald, also LES angekommen. Hier ist es:

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Der Eingang ins LES

Ziemlich unauffällig um die Ecke versteckt, ist das Lokal vergleichbar klein, aber dafür gemütlich. Viel Holz, Wände aus gestrichenen Backsteinen,  ein kleines Regal mit Brettspielen, Büchern und Co.

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Der Innenraum

Kommt man rein, so befindet man sich sofort an der Theke. Hier werden verschiedene Kaffees aus Bohnen eigener Röstung (Kenia Kiangai) angeboten, wobei die Zubereitung mit dem Icelandic Glacial Wasser erfolgt. Beides, Kaffeebohnen und Wasser, sind hier für den Genuss zu Hause käuflich zu erwerben. Die „Waldbewohner“ versprechen einen intensiveren und reineren Geschmack durch die Zubereitung des Kaffees mit eben diesem Wasser. Nun denn, gesagt, getan: Ich habe einen Latte und später einen Macchiato zum Vergleich bestellt.

Der Latte erwies sich als sehr leichte Kost. Für meinen Geschmack etwas zu viel Milch und dadurch zu wenig Kaffee-Intensität. Wer aber keinen so dominanten Kaffeegeschmack mag, für den ist dieses Getränk sicherlich das Richtige. Der Schaum jedenfalls war perfekt. Der Macchiato hingegen (60ml Milch) war kräftig, intensiv, aromatisch, mit einer sehr leichten Säurenote. Sehr zu empfehlen sind hier übrigens die kleinen Snacks. Ebenso wie der Kaffee (Latte 250 RUB, Macchiato 200 RUB) zu sehr moderaten Preisen sind diverse Sandwiches (250 RUB) und Kuchen (ca. 150 RUB) erhältlich. Auch gibt es frisch gepresste Säfte, hier in Russland übrigens ganz neumodisch „Fresh“ genannt.

Mit einem Kaffee im Pappbecher ausgerüstet, kann man von hier aus ganz einfach in das „zentralste Zentrum“ kommen: zum Roten Platz. Auf dem Weg gibt es wieder typische Moskauer Architektur zu bestaunen, mal historisch, mal weniger. Hier macht´s eben die Mischung…

 

 

 

The Wrong Alice?

A note on Tim Burton´s 2010 film version of Lewis Carroll´s “Alice´s Adventures in Wonderland” and “Through the Looking-Glass, and What Alice Found There”

“Alice´s Adventures in Wonderland” (better known as “Alice in Wonderland”) is a classic of British literature and probably one of the most reflected stories ever: the story was so often picked up and reflected in different ways that there is barely someone (at least in the western world) who hasn´t heard about Alice and her fabulous adventures.

Numerous filmmakers likewise tried to rebuild this fascinating, complex and diverse world created by Lewis Carroll (whose real name was Charles Lutwidge Dodgson) in his novel of 1865. One of the more recent examples is Tim Burton’s “Alice in Wonderland”, released in 2010.

The film lasts 108 minutes and consists of one main plot line while representing a typical fantasy drama structure: Alice turns out to be the hero figure that has to solve different problems to combat the Red Queen and thereby free Wonderland from evil. By doing so, the protagonist changes her character by changing her thinking about herself and evolves into a self-confident young woman.

To understand how the original novel was adapted in Tim Burton´s film version, Carroll’s 1871 sequel entitled “Through the Looking-Glass, and What Alice Found There” is also particularly relevant.

Thus, comparing the novel and the 2010 film adaptation, the viewer will certainly notice that the film version consist of parts from both “Alice´s Adventures in Wonderland” and “Through the Looking-Glass, and What Alice Found There” and, in doing so, creates a totally new “Alice in Wonderland”.[1]

One striking aspect for this conclusion is already the initiation of the film. In “Alice´s Adventures in wonderland”, Alice gets “…very tired of sitting by her sister on the bank, and of having nothing to do…”. She then sees the White Rabbit running nearby and follows it in another moment “…down a large rabbit-whole under the hedge.” In the second part of Carroll´s story “…Alice was sitting curled up in a corner of the great arm-chair, half talking to herself and half asleep…” while the black kitten was playing with a ball of worsted. Alice then speaks to the kitten, asking it if it would like to live in a Looking-glass House: “Let’s pretend there’s a way of getting through into it, somehow, Kitty. […] She was up on the chimney-piece while she said this, though she hardly knew how she had got there. And certainly the glass was beginning to melt away, just like a bright silvery mist. In another moment Alice was through the glass, and had jumped lightly down into the Looking-glass room.”

In the film version, Burton interprets the beginning differently by depicting Alice as a child telling her father that she was plagued by nightmares where she falls down a dark hole and sees strange creatures. A nearly twenty-year-old Alice, contrary to declaring to be only seven and a half in the second part of Carroll´s novel, then appears to follow the White Rabbit to escape from a dumb would-be fiancé named Hamish[2] whom was chosen for her to help her family escape bankruptcy.

There are also many other moments showing the fusion of the two novels in the film such as the characters, e.g., the evil Red Queen (played by Helena Bonham Carter), who is both the Queen of Hearts from “Alice´s Adventures in Wonderland” and the Red Chess-Queen from its following part, which certainly may be seen as a reference to levels of character and storyline of Carroll´s portmanteau-words explained by Humpty Dumpty. The White Queen is the White Queen of Chess appearing in the novel´s second part. Both the cards from the first novel and the chess figures from the second meet in the film version as the armies of good and evil.

Other figures from both novels also appear in the film, which is on the one hand not surprising for certain characters appearing in both books such as, of course, Alice herself, Tweedledum, Tweedledee and Humpty Dumpty.

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C. Pavlova: Humpty Dumpty, sketch, graphite on paper, 2012

On the other hand, there are characters appearing only in either the first or second novel who “meet” in Burton´s film version (e.g., the Cheshire Cat and the Caterpillar, who only exist in “Alice´s Adventures in Wonderland”). Moreover, other characters such as the Knave of Hearts take on a totally new role in the film. As merely a minor figure in “Alice´s Adventures”, first appearing in the eighth chapter (he carries “the King´s crown on a crimson velvet cushion”) and then as a defendant for a tart robbery[3] in chapters eleven and twelve, the Knave of Heart is the Red Queen’s right-hand man in the film. But even the merging of the two novels is clearly visible regarding the appearing characters and actions, the storyline seems to be based primarily on the narrative of Carroll’s Jabberwocky, a poem appearing in “the Looking-glass”:

`Twas brillig, and the slithy toves

Did gyre and gimble in the wabe;

All mimsy were the borogoves,

And the mome raths outgrabe.

`Beware the Jabberwock, my son!

The jaws that bite, the claws that catch!

Beware the Jubjub bird, and shun

The frumious Bandersnatch!‘

He took his vorpal sword in hand:

Long time the manxome foe he sought —

So rested he by the Tumtum tree,

And stood awhile in thought.

And as in uffish thought he stood,

The Jabberwock, with eyes of flame,

Came whiffling through the tulgey wood,

And burbled as it came!

One, two! One, two! And through and through

The vorpal blade went snicker-snack!

He left it dead, and with its head

He went galumphing back.

`And has thou slain the Jabberwock?

Come to my arms, my beamish boy!

O frabjous day! Callooh! Callay!

He chortled in his joy.

`Twas brillig, and the slithy toves

Did gyre and gimble in the wabe;

All mimsy were the borogoves,

And the mome raths outgrabe.

Alice herself describes the poem as “very pretty”, but “rather hard to understand”. Furthermore she says: “Somehow it seems to fill my head with ideas – only I don’t exactly know what they are! However, somebody killed something: that’s clear, at any rate.” In “the Looking-glass”, the poem doesn’t concern Alice any further, as she simply jumps up and continues to see how the rest of the house looks. Screenwriter Linda Woolverton turns this “somebody killed something” into a real hero story in which Alice is the one tasked with killing the Jabberwocky and, by doing so, she also beats the Red Queen to render an ending familiar to the audience: a happy end where all evil is conquered.

A further essential point in addition to the diverging storyline that clearly steers the film away from a loyal viewing of “Alice´s Adventures”, “the Looking-glass” or both original novels; thus satisfying the expectations of originality instead of fidelity to the originals, is the character of “Alice” per se.

Woolverton and Burton create a totally new problem that is not part of Carroll´s originals: the question about the social status of a woman and what she should or should not. Before Alice escapes to the Wonderland, she is confronted with a hard decision to be made: must a woman marry well regardless of her wishes and feelings to avoid financial ruin (her father died, her family business doesn’t run well), not to stay alone (like her old insane aunt Imogene awaiting her fiancé) or remain a burden on her mother for the rest of her life? Is her life really only perfect if she marries Hamish or at least a Lord?[4] Guided by her doubts, Alice runs away when she is obligated to answer Hamish’s proposal and arrives at the hole where she finally enters Wonderland.

At this point, it is also important to remark that Alice´s voyage to the Wonderland seems to be very real and not so much a dream as always indicated in Carroll´s novels.[5] In fact, this turns out to be a very important aspect for the fidelity of the film version, i.e., by showing the small Alice which has nightmares at the beginning of the film, the filmmakers show the spectator that the actions taking place in Carroll´s first novel took place in Alice´s childhood, and that this is now another instalment of the story. Using the same characters with some of the actions that took place in the novels, Woolverton and Burton create a totally new story.

The question whether Alice is now dreaming again or not appears in the film itself. Alice tries several times to wake up by pinching her shoulder as her father had shown her in her childhood. However, she doesn´t wake up even when the mouse stabs her in the foot with a sword. In this regard, a highly philosophical question already asked in Carroll´s books appears again, namely, what is reality and what is a dream? Such a profound question is however left behind in the film after the last conversation between Alice and the Caterpillar, where she remembers her stay in Wonderland and says, “It wasn’t a dream at all. It was a memory! This place is real! And so are you [the Caterpillar]. And so is the Hatter.”

And by realising that, she finally becomes the „right“ Alice, the one whom everyone in the Wonderland was looking for.

From the outset, the characters had doubts whether she was the right or wrong Alice. They consider her to have lost of her “muchness”. Even though the viewer may not initially understand what “muchness” means, this information will eventually be revealed in the end when Alice stops having doubts about herself and her ability to fight the Jabberwocky, remembering her voyage to Wonderland in the childhood:

ALICE

Don’t go. I need your help. I don’t

know what to do!

THE CATERPILLAR

I can’t help you if you don’t even

know who you are, stupid girl.

ALICE

I’m not stupid! My name is Alice. I

live in London. I have a mother named

Helen and a sister named Margaret. My

father was Charles Kingsley. He had a

vision that stretched half-way around

the world and nothing ever stopped

him. He would have liked it here.

(with revelation)

I’m his daughter. I’m Alice Kingsley.

THE CATERPILLAR

Alice At Last! You were just as dimwitted

the first time you were here.

You called it Wonderland as I

recall…[6]

This gain of self-confidence in the fight with the Jabberwocky gets very significant when she finally returns to maybe not “the real”, but “the other” world where she originally came from. Very doubtful and “distracted” before she went to the Wonderland, she now seems to clearly know who she is and what she wants in her life, i.e., not to marry Hamish and be a good wife, but to do business and discover the world which she does at the end by entering a ship.

Recapitulating the foregoing, it becomes clear that Burton and Woolverton did not intend to create a one-to-one film version of one of the novels, but rather used “Alice´s Adventures” as an element of Alice´s past to then show her being an adult who returns to Wonderland to find herself by passing several challenges, the biggest and most important: to find a force in herself to combat the Jabberwocky and thereby to finally know what she wants. Hence, the plot of “the Looking-glass” seems not to be as significant for the storyline as the first book except for the characters and the Jabberwocky poem.

After the film was released, many critics spoke out their disfavour by calling it “disappointing and disappointinger”,[7] mainly because it adapts so many things besides Carroll´s novels. After all the analyses made it can be noted that this statement can´t be kept up neither regarding the originality nor the fidelity. The filmmakers develop a new storyline based on both books and thus create a sequel, not an adaption. The confusion of the spectator´s expectation may have been caused mainly by choosing the title “Alice in Wonderland”, which clearly refers to Carroll´s first book and not e.g., “Alice´s Return to the Wonderland” as the title of the film, which would have prepared the viewers for a sequel.

[1] In the following explanations the title “Alice in Wonderland” will refer to Tim Burton´s film only, whereas the two original novels (“Alice´s Adventures in Wonderland” and “Through the Looking-Glass, and What Alice Found There”) will be called part one and part two of the story or “Alice´s Adventures” and “the Looking-glass”.

[2] When Alice and Hamish dance, it is obvious that their personalities come from totally different worlds. Alice, the fantast, is amused about the idea of ladies in trousers, men in dresses, and dreams about flying. Hamish thus considers her as being “distracted” and thinks that dreaming about such “impossible things” like flying is a waste of time. Later on, Hamish´s mother talks to Alice about her son´s sensitive digestion. Alice doesn´t listen to her and runs away following the Rabbit.

[3] The tart robbery is part of the film but is here committed by one of the footfrogs.

[4] Alice´s sister says, “You will marry Hamish, you´ll be as happy as I am with Lowell and your life will be perfect”, which some minutes later turns out to be an illusion because Alice finds Lowell kissing another woman in the garden.

[5] “Alice was beginning to get very tired of sitting by her sister on the bank..” according to the beginning of “Alice´s Adventures” and “…Alice was sitting curled up in a corner of the great arm-chair, half talking to herself and half asleep…” according to the “Looking-glass”, both signalising to the reader that the following part of the story takes place after she has already fell asleep.

[6] Woolverton, Linda: Alice, 28.10.2008 (Blue Revised Pages), page 71, viewed on 27.11.2015, http://moviecultists.com/wp-content/uploads/screenplays/alice-in-wonderland.pdf.

[7] Elliott, Kamilla: Adaptation as Compendum: Tim Burton´s Alice in Wonderland, in: Adaptation, Vol. 3, No. 2, 2010, pp.193-201, here page 193.